
9. März 2026

Blankenfelde-Mahlow. „Was bewegt Dich?“ – unter diesem Motto stellten sich die SPD-Landtagsabgeordneten Ines Seiler und Martina Maxi Schmidt am Donnerstag, 6. März, im Bürgerhaus „Bruno Taut“ in Dahlewitz den Fragen des Publikums. Aus einem thematisch offenen Bürgerdialog wurde rasch eine tiefe Auseinandersetzung mit der Verkehrsanbindung und aktuellen Infrastrukturprojekten in der Flughafenregion.
Es seien „wahrlich bewegende Zeiten“, leitete Seiler mit Blick auf den am Vortag vorgestellten Koalitionsvertrag von SPD und CDU ein. Dass das Land weiter sparen müsse, habe dabei auch Auswirkungen auf den Bereich Infrastruktur. So hob Schmidt die große Bedeutung der Verkehrswende hervor, wies aber auch darauf hin, dass sich derzeit eher „ein Kampf um den Status quo“ abspiele: „Wir müssen priorisieren und sehen, was möglich ist.“ Man werde genau prüfen, für welche Verbindungen und Projekte wirklich Bedarf besteht.
Ein Projekt, über das diskutiert wurde, ist die mögliche Anbindung von Blankenfelde-Mahlow an den Berliner Außenring. Bislang profitiert die Gemeinde noch nicht von der Trasse, die in Ost-West-Richtung quer durch ihr Gebiet verläuft, doch das soll sich bald ändern. „Ein unglaublich wichtiges Projekt, durch das sich die Fahrtzeit nach Potsdam deutlich reduzieren wird“, meinte Matthias Knake, SPD-Fraktionsvorsitzender in der Gemeindevertretung. Ebenso besteht die Option, einen Turmbahnhof zu errichten, an dem man zwischen der in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Dresdener Bahn und dem Außenring umsteigen könnte.
Außerdem ging es um die Frage, wie sich die Anbindung von Rangsdorf auf dem Schienenweg verbessern lässt. Eine Bürgerin merkte etwa an, dass die Taktung auf der Dresdener Bahn baubedingt noch zu gering sei. „Man freut sich über Baustellen, wenn man aus der Branche kommt, aber nicht als Fahrgast“, erklärte die Verkehrsbetriebswirtin Schmidt: „Aber es ist wichtig, dass etwas getan wird, anstatt die Infrastruktur kaputt zu sparen.“ Uneins war sich das Publikum, was die lange diskutierte S-Bahn-Verlängerung nach Rangsdorf anbetrifft. Sie sei angesichts der Kosten-Nutzen-Untersuchung und des künftigen annähernden 20-Minuten-Takts im Regionalverkehr nicht erforderlich, ist sich Seiler sicher.
Die Diplom-Geographin setzt auf andere Möglichkeiten, um die Verkehrsanbindung in der Region weiter zu verbessern. Sie sprach sich vor allem für einen bedarfsgerechten Ausbau des Busverkehrs aus, insbesondere für ein starkes Rufbussystem. Der Landkreis Teltow-Fläming spare hier leider an der falschen Stelle, kritisierte Seiler. Auch bei knappen Kassen müsse die Verkehrswende vorangetrieben werden. „Es braucht einen Wandel im Denken“, forderte sie. Wünschenswert sei unter anderem eine bessere Anbindung des Dahlewitzer Gewerbegebiets. Dort könnte man mit Unterstützung der ansässigen Unternehmen einen auf die Schichtzeiten abgestimmten Busverkehr einrichten.
Weitere Bürgerfragen betrafen unter anderem die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken wie zwischen Jüterbog und Zossen sowie die Beschleunigung der Planungsverfahren beim Landesbetrieb Straßenwesen. Zwar wurde im Rahmen des Bürgerdialogs auch über Themen wie Extremismusprävention, Digitalisierung und Energiewende gesprochen. Doch die Antwort auf das Veranstaltungsmotto „Was bewegt Dich?“ fiel an diesem Abend eindeutig aus: Verkehrspolitik ist das, was die Menschen in der Region derzeit bewegt.